Geschichten & Interviews

Was bedeutet Kaffee für Dich?

Was bedeutet Kaffee für Dich?

Kaffee ist in aller Munde. Und das ist gut so. Denn bei rund 400 Millilitern Kaffee, die wir hierzulande statistisch betrachtet trinken, sollten wir uns ruhig darüber Gedanken machen. Kein Getränk, außer Wasser, ist so beliebt. Und kein Getränk wurde in den vergangenen Jahren dermaßen aufgewertet. Wer heute einen Kaffee trinkt, nicht nur in Berlin, hat gute Chancen an ein Produkt zu geraten, über das sich viele Menschen, viele Gedanken gemacht haben.
Davon erzählt, in gut vier Wochen, das dritte Berlin Coffee Festival vom 1.–4. September 2017. Und in der ganzen Stadt. Es gibt dutzende Tastings, Workshops und Debatten, es gibt den großen Kaffeemarkt am Sonntag und erstmals einen Profitag am Montag, an dem die Branche vor allem über jene reden wird, die auch in diesem Jahr kaum vor Ort sein werden: die Kaffeebauern. Faire Rohkaffeepreise und eine bis zum Endkunden kommunizierte Preistransparenz, das ist eine Hoffnung, die Kaffee 9 Röster Philipp Reichel auf dem Festival diskutieren will. Dass das funktioniert, machen Pioniere wie die Quijote Rösterei vor. Die
Hamburger werden davon auf dem Festival erzählen. Und damit ihre Antwort auf eine Frage geben, die vermeintlich ganz einfach scheint: „Was bedeutet Kaffee für Dich?“
Das also ist das diesjährige Motto des Berlin Coffee Festivals. Es ist eine Einladung zur Reflexion. Kaffeekultur (auch) als soziales Projekt, nicht als jene zelebrierte Kennerschaft zu verstehen, als die das Schlagwort Third Wave allzu gerne missverstanden worden ist.
Überhaupt, so Cory Andreen, dessen junges Unternehmen Brewbox im Keller der Markthalle ganz wunderbaren kalten Kaffee brüht, habe der Begriff Third Wave ja eigentlich nie wirklich viel mit der Kaffeekultur zu tun gehabt: „In den USA ist seit ungefähr 15 Jahren von Third Wave die Rede, gemeint war damit vor allem eine Präsentationsform, kleine, persönliche Läden mit einem guten Service und einem richtigen Barista, nicht mehr dieses ganze Starbucks-Ding.“
Klar geht es dem Berlin Coffee Festival auch um den guten Stil. Doch der wäre nichts ohne den guten Kaffee und all die Menschen dahinter. Ohne die Plantagenbauern, die es verdient haben selbstbestimmt zu einem fairen Lohn zu schuften. Ohne Konsumenten, die sich fragen, was sie da gerade trinken. Und nicht nur, ob es gerade noch en vogue ist Flat White zu einem Flat White zu sagen. Oder ob ein Flat White nur noch mit Oat Milk geht. In diesem Sinne: Trinkt Euren Kaffee so wie Ihr es wollt, aber vor allem so, dass alle etwas davon haben. So betrachtet nämlich ist Kaffee das sozialste Getränk der Welt. Und das ist ein Versprechen, an das wir uns alle halten sollten.

Die Kaffeewurzelbewegung

Die Kaffeewurzelbewegung

Don Quijote hat, wir wissen es, gegen Windmühlen gekämpft. Quijote Kaffee kämpft für guten, fairen Kaffee. Und für eine größtmögliche (Preis-)Transparenz, von der vor allem die profitieren, die guten Kaffee erst möglich machen: die Kaffeebauern vor Ort. Diese Haltung hat ihren Preis. So liegt der Preis, den die Hamburger für ihren Rohkaffee bezahlen, über dem Doppelten des auf dem Weltmarkt momentan üblichen Kurses von 3,13 Dollar für ein Kilo Rohkaffe . Auf dem Berlin Coffee Festival wird Unternehmensgründer Andreas Felsen genau über diese Verantwortung reden. Wir haben es jetzt schon mal getan.

Andreas, Du bist seit mehr als zwanzig Jahren im Kaffeebusiness. Vor sieben Jahren hast Du Quijote Kaffee gegründet, damals die erste deutsche Spezialitätenrösterei, die ihre Kosten absolut transparent gemacht hat. War das auch eine Konsequenz auf das Scheitern der Fair-Trade-Siegel?
Zunächst einmal finde ich fairen Handel, wenn er denn seriös und mit einem sozialen Anspruch betrieben wird, sehr sympathisch. Ich rede hier wohlgemerkt vom fairen Handel und nicht von irgendwelchen Fair-Trade-Siegeln , wie sie auf Verpackungen im Supermarkt kleben. Ich glaube auch, dass sich das ganz gut ergänzt mit einem engagierten Kaffeespezialitätenhandel, wie wir ihn betreiben. Es gibt da draußen ganz viele Orte, an denen einfach ein ordentlicher Kaffee ausgeschenkt werden soll. In den Kantinen, den Gasthöfen, überall. Wenn es dort überall Kaffee gäbe, der seinen Produzenten, also den Bauern vor Ort, zu Gute kommt, wäre mehr erreicht, als es jede Spezialitätenkaffee-Bewegung erreichen könnte.

Ist es denn umgekehrt so, dass dieser neuen Kaffee-Bewegung per se ein ethischer Anspruch unterstellt werden darf – Kaffeehandel auf Augenhöhe?
Das wäre ein schöner Umkehrschluss. Faktisch sehe ich da inzwischen gar keinen Zusammenhang mehr. Es ist also bei weitem nicht davon auszugehen, dass sich der versierte Barista oder Röster per se mit den Erträgen für die Kaffeebauern und Kooperativen beschäftigt. Und erst recht nicht mit dem Verdienst der Tagelöhner und Landarbeiter. Das Bewusstsein ist bei vielen da und es ist sicher auch ehrlich gemeint. In Berlin haben wir beispielsweise besonders viele Röstereien die einen guten Job machen. Aber alleine das Modewort Direktkaffee, für viele Röster heißt das: Ich habe meinen Rohkaffee direkt von meinem ... Importeur.

Was bleibt mir als gemeiner Kaffeetrinker, um mich für fairen Kaffee zu engagieren?
Tut mir leid, da gibt es keinen einfachen Weg. Man sollte den Röster oder den Barista einfach ganz direkt fragen: „Kannst Du mir transparent machen, wie viel der Bauer oder die Kooperative für den Kaffee bekommen hat? Inzwischen gibt es, etwa mit transparenttradecoffee.org, auch einige um eine solche Transparenz engagierte Internetseiten. Nur braucht es dazu eben auch ein Bewusstsein – letztlich bis hin zum Konsumenten.

Braucht es dazu auch teureren Kaffee?
Wenn man die obszön günstigen Preise der Supermärkte und Discounter nimmt – sicher. Beim Spezialitätenkaffee sieht das schon wieder anders aus. Unsere Bohnen kosten im halben Kilo zwölf Euro. Sie können auch gar nicht teurer sein, weil wir uns verpflichtet haben, immer gut 30 Prozent des Verkaufspreises an die Kaffeebauern vor Ort durchzureichen .

Auf einen Kaffee mit: Philipp Reichel

Auf einen Kaffee mit: Philipp Reichel

Anlässlich des bevorstehenden dritten Ausgabe des Berlin Coffee Festivals, vom 1.–4. September, haben wir mit Philipp Reichel gesprochen, der das Festival vor zwei Jahren mit der Idee, die Entwicklungen in der Kaffeewelt einem breiten Publikum nahezubringen und die Kaffee-Menschen dieser Stadt – und weit darüber hinaus – zusammenzubringen, initiiert hat.

Philipp, was bedeutet Kaffee für dich?
Kaffee ist für mich deshalb so spannend, weil es ein historisches Produkt und Getränk ist, dass es schon so lange gibt und dass schon so viele Generationen durchlebt hat. Ich finde es gut, dass sich so viel junge Menschen damit beschäftigen. Dass die gesamte Szene vorwiegend gepusht wird von vor allem jungen Charakteren, die einfach ein größeres Bild auf das Thema Kaffee werfen, vom Ursprung der Bohne bis zur Tasse in der Hand des Gastes. Dass dadurch eine viel größere Passion für das Produkt entsteht, als nur hinter dem Tresen zu stehen und Latte Art zu machen, stattdessen wirklich Lust zu bekommen alles darüber wissen zu wollen.

Gegeben ist das vielleicht dadurch, dass wir so eine junge Generation sind und deshalb vielleicht auch einen viel lockeren Umgang mit dem Thema haben. Nichtsdestotrotz professionell, aber locker miteinander umgehen können, weil wir wissen, dass wir normale Menschen sind und nicht ein Teil einer Großindustrie, die versucht den Markt an sich zu reißen. Das wir für eine Sache einstehen die mehr ist, als nur Geld zu verdienen, nämlich eine Geschichte zu erzählen. Ein Teil dieser Geschichte ist natürlich unsere eigene, aber natürlich auch die wo der Kaffee herkommt. Welcher Bauer dahinter steht, welcher Rohkaffee das ist, warum wir den Kaffee genauso rösten und genauso zubereiten. Das ist Kaffee für mich.

Warum bist du auf dem Berlin Coffee Festival 2017 ?
Ich bin auf dem Berlin Coffee Festival weil das Festival ein anderes ist als die sonst etablierten Festivals dieser Art auf der Welt, die ich besuchen durfte. Weil es hier darum geht an den Endkonsumenten heranzukommen und ihm begreiflich zu machen was wir hier machen, anstatt sich nur im Kreis zu drehen und untereinander auszutauschen. Stattdessen kann man jeden erreichen. Das spannende ist, dass das Festival in der gesamten Stadt passiert und man deshalb auch die ganze Stadt vibrieren sieht und vibrieren fühlt, weil alle mitmachen. Das ist dieses Gemeinschaftsgefühl “Was ist Kaffee”, dass sich für mich auf das Festival übertragen lässt, weil man merkt wie viele Menschen involviert sind, das die ganze Stadt davon lebt und geprägt wird.

Wo trifft man dich auf dem Festival?
Mich wird man dieses Jahr auf jedenfall viel interviewen sehen und reden hören, weil ich ganz viel auf der politischen Bühne sein werde. Mir ist es ein großes Anliegen mich mit so vielen Menschen wie möglich zum Thema Handel, Fair Triade, Transparenz, Was ist Spezialitätenkaffee, Für was stehen Verbände und was machen wir hier eigentlich, auszutauschen. Man wird mich dort antreffen wo viel diskutiert wird, weil ich Lust darauf habe mir unangenehme Fragen stellen zu lassen und auch gerne kritische Fragen Anderen stellen möchte. Vor allem weil in der Kaffee Szene in Deutschland und auch in der Welt viel Heimlichtuerei gespielt wird, die eigentlich gar nicht nötig ist. Wir profitieren doch alle von einem besseren Austausch weil dieser zu einer besseren Zusammenarbeit führt. Finden wird man mich auf jedenfall am Sonntag in der Markthalle Neun, auf der Bühne, auf der wir im stundentakt verschiedene Themen diskutieren werden.

Wie wird sich die Kaffee-Kultur in den nächsten 10 Jahren entwickeln?
Ich glaube das Kaffee immer spezieller wird. Dass Kaffee auf eine Ebene kommt, die ganz klar kulinarischer wird – sprich vielfältiger. Dass sich Kaffee darauf fokussieren wird, sich in seinen Einzelheiten zu präsentieren. Dass man wie in einem Weinladen, 10 bis 20 verschiedene Sorten anschauen und durchprobieren kann, um seinen ganz persönlichen Geschmack zu finden. Dass jeder Kaffee anders ist und sein kann. Dass den Menschen begreiflich zu machen. Deshalb glaube ich dass wir in den nächsten 10 Jahren im Rahmen der Coffeeshops und auch den Spezialitätenläden dahin kommen werden dass Kaffee als Produkt als viel hochwertigeres Gut gesehen wird als es heute der Fall ist. Als kulinarische Spezialität allein schon deshalb, weil die Ursprungsländer so exotisch sind, dass man viel mehr darüber reden muss wo dieses Produkt eigentlich herkommt. Dass es darum geht zu repräsentieren und zu kommunizieren was Kaffee eigentlich ist. Das kann man meiner Meinung nach gar nicht oft genug tun.

Filter oder Espresso?
Ich bin Filter-Kaffee-Trinker weil, Filter-Kaffee für mich die klassische Zeremonie des Kaffeetrinkens bedeutet. Mit der Zubereitung, sich die Zeit zu nehmen den Kaffee aufzubrühen, sei es in der Maschine oder sei es per Hand. Und weil ich es lieber mag, mich hinzusetzen und eine Tasse Kaffee zu genießen anstatt nur einen Espresso zu schlürfen.

"Kaffee ist für mich auch irgendwie immer ein bisschen Punkrock"

Vom Surfbrett in die Kaffee-Plantage. Angefangen hat es vor 15 Jahren mit der Liebe zum Kaffee bei Robert Stock, einem der Gründer der Rösterei und des Kaffeeladens Tres Cabezas in Friedrichshain, mit einem Surftrip nach Costa Rica. Von der guten Welle war der Weg in die Plantage dann nicht weit und das Interesse für Kaffee und Produktionsbedingungen entwickelte sich schnell. Bei Tres Cabezas geht es neben der Kirsche und Bohne seit Eröffnung auch immer um die soziale und politische Veränderung, die man im kleinen mit jeder Tasse möglich macht. Anlässlich des bevorstehenden Berlin Coffee Festivals, vom 1.-4. September, haben uns deshalb mit Robert über Specialty Coffee, soziale Verantwortung und Genuss unterhalten.

Ihr bietet hauptsächlich Speciality Coffee an, was ist das genau?
Bei Kaffee gibt es ein Punktesystem, zum Beispiel: Geschmack, Geruch, Balance und dabei beschäftigen wir uns vor allem mit Speciality Coffee, der eben eine bestimmte Punktezahl erreichen muss, um in diese Kategorie zu fallen.

Welche Bedeutung hat Speciality Coffee im gesamten Kaffee Markt?
Das Interesse am Speciality Coffee ist jetzt natürlich auch bei großen Marken angestiegen, weil die gemerkt haben, dass wir in ihrem Marktanteil wildern. Deshalb hat die Specialty Kultur dann auch dazu beigetragen, dass sich auch große Firmen verändern müssen. Die Specialty Kultur ist der größte wachsende Teil im Kaffee Markt, insofern ist das eine kleine Revolution von unten, der sich jetzt auch der Markt anpassen muss.

Was für eine Meinung hast du zum Thema Starbucks und diesen Ketten?
Diese Marken haben uns natürlich irgendwie den Weg geebnet, die haben ja auch mal klein angefangen. Ich hab da auch einfach Respekt als Kaffeeliebhaber und Geschäftsmann. Firmen wie Starbucks investieren auch in einer ganz anderen Skalierung in Farmen und Bauern, weil sie einfach auf Qualität angewiesen sind. Ich glaube beim Kaffee auch einfach sehr an Leben und Leben lassen. Kaffee ist da für mich auch einfach irgendwie Punk Rock, jeder macht sein Ding und macht das gut, aber man sollte aufhören sich gegenseitig fertig zu machen. Jeder der dafür sorgt, dass das Interesse an Kaffee Qualität beim Konsument steigt, ist für uns alle gut. Interessanterweise entwickeln sich diese Ketten auch wieder zurück in Richtung Specialty.

Warum hat der Bio Kaffee manchmal noch so einen schlechten geschmacklichen Ruf?
Der Bio Kaffee, wenn man das historisch betrachtet, hat von Anfang an eine sehr stark politische Komponente gehabt. Da gab es früher klassische Projekt-Kaffees im Bioladen. Der Kaffee war leider qualitativ damals nicht so gut. Das lag daran, dass es landwirtschaftlich gesehen einfach sehr schwierig ist Kaffee Qualität komplett ohne Düngen hinzubekommen. Es hat deshalb einfach länger gedauert, bis man da gute Alternativen gefunden hat. Vor 20 Jahren war das schwieriger. Wir haben uns dafür aber immer weiter interessiert und haben in Costa Rica eine Verbindung, die Bio Kaffee im Spezialitäten Bereich anbietet.

Ihr verkauft auch Kaffee mit Fairtrade Siegel, wie wichtig ist das für euch?
Fair Trade und die gesamte Zertifizierung der Kette ist für uns ein Anfang, das ist nicht das Ende vom Lied. Wir kaufen uns da auch nicht frei mit. Man kann viele Dinge auf eine Kaffee Packung drauf schreiben, dessen muss man sich bewusst sein. Wir haben uns entschieden Marken zu entwicklen, die zertifiziert sind, weil der Konsument einfach schnelle Entscheidungen trifft und Zertifizierung so auch immer wichtiger als Verkaufsargument werden. Echte Nachhaltig fängt für mich aber in dem Moment an, in dem man den Konsumenten kennt.

Was ist aus deiner Sicht gerade der beste Kaffee?
Wir sind nicht immer auf der Suche nach dem besten Kaffee. Ich denke den besten Kaffee gibt es immer nur in einem Moment oder für eine Person. Das hat ja auch viel mit Zeitgeist zu tun. Geschmäcker sind da einfach sehr verschieden und haben sich auch verändert. Unsere Meinung ist, jeder soll in seinem Preissegment den bestmöglichen Kaffee bei uns bekommen.

Kann man mit Kaffee die Welt verändern?
Kaffee ist das meist konsumierte Getränk in Deutschland. Kaffee ist Macht. Der Kaffee über den wir sprechen ist ein Nischenprodukt, aber in dem Moment in dem wir gemeinsam mit dem Produzenten arbeiten verändern wir Dinge im Kleinen. Wir erklären, dass der Konsument mehr an Nachhaltigkeit interessiert ist. Wir sagen ganz klar, man kriegt guten Kaffee nicht mit Umweltzerstörung oder Sklavenarbeit produziert und das wissen die Produzenten und Bauern auch. Man muss sich dabei aufeinander einlassen und dann kann man gemeinsam wachsen. Qualität hat deshalb für mich den größten Einfluss auf fairen Handel.

Ihr verkauft auch Kaffee aus einem Projekt für Orang Utangs, wie wichtig ist euch das politische im Kaffee?
Wir sind der Meinung, dass die Konsumgesellschaft die Welt an die Grenzen bringt. Da steht für uns immer die Frage an erster Stelle: wie gehen wir mit Menschen, Natur und Umwelt um. Wenn wir das mit dem Kaffee verbinden können ist das super. Der Orang Utang Kaffee ist jetzt geschmacklich nicht sehr außergewöhnlich, aber das Projekt ist super und selbst wenn man da kein Geld mit verdient, sondern solchen Kaffees eine Plattform bietet, finden wir das wichtig.

Du bist Surfer, wie hängt die Surf und Kaffee Kultur für dich zusammen?
Wenn man sich das anschaut, haben viele der Kaffeeländer tolle Küsten. Da kommt man dann schon mal schnell vom Brett zur Kaffeetasse und anders rum. Surfen ist für mich ein Ausdruck von Balance und das hat für mich auch viel mit Kaffee zu tun.

Was erstaunt dich am meisten beim Kaffee Konsum?
Ich habe früher viel in Büros gearbeitet und da steht Kaffee natürlich schon mal länger rum und wird bitter. Ganz oft wird der dann einfach weggekippt. Wenn man ein Mal gesehen hat, wie Kaffee gepflückt wird und wie viel Arbeit da drin steckt, dann ist das natürlich ganz schlimm. Ich glaube da müsste man vielen Leuten klarer machen, was sie da gerade eigentlich tun.

Was bedeutet Kaffee für dich?
Ich glaube für mich lässt sich das am besten mit dem Begriff „Pura Vida“ übersetzen, den man jetzt gar nicht so direkt übersetzen kann. Man sagt „Pura Vida“, wenn man eine richtig gute Surfsession hatte und das Leben einfach gerade gut ist.

Auf einen Nitro Coffee mit: Cory Andreen

Auf einen Nitro Coffee mit: Cory Andreen

Ein langes Kaffee-Wochenende steht bevor – das Berlin Coffee Festival! Cory Andreen ist zum zweiten Mal Kurator ebendieses.
Damals, in seiner Heimat Washington DC hat er zwei große Faszination entwickelt: Kaffee und Berlin. Wie passend. Als Connaisseur, Berater und Macher, ist er mit viel Spaß und guter Laune in Berlins Kaffeeszene unterwegs. Und weil es ihm besonders wichtig ist, dass guter Kaffee auch an Orten zu finden ist, an denen man ihn normalerweise nicht erwarten würde, hat er zusammen mit einem Freund Nitro Coffee entwickelt. Brew Box – hoch qualitativer Kaffee aus der Zapfanlage und perfekt für heiße Sommertage. Vielleicht auch, weil der Draught Coffee an ein frisch gezapftes Stout erinnert. Mit dem Bier hat er es nämlich auch. Und so wundert es nicht, dass er auch in der Motel Beer Sonderedition zum Berlin Coffee Festival seine Finger mit im Kaffee, äh Spiel, hatte.

1. Cory, was bedeutet Kaffee für dich?
Eins der leckersten Getränke auf der Welt, welches von den meisten Konsumenten noch immer als Kolonialware bzw. Treibstoff wahrgenommen wird.

2. Warum bist du auf dem Berlin Coffee Festival?
Weil es jedes Jahr eine einzigartige Gelegenheit ist, direkt mit ganz viel Kaffeetrinker zu kommunizieren.

3. Wo trifft man dich auf dem Festival?
Freitag Vormittags bin ich auf jeden Fall auf der Ball Roaster Competition bei Bonanza, am Nachmittag auf dem Chemex Cup bei Coffee Circle und abends besuche ich auf jeden Fall die Party im Auster Club - mal schauen was ich zeitlich noch schaffen kann. Samstag Vormittag bin ich auf der Coffee Pong Competition bei R/D. Dort bleibe ich auch etwas länger da unser Motel Bier im Ausschank sein wird und es gibt leckere Kaffee-Würste, die wir zusammen mit Simon Ellery (aka The Sausage Man Never Sleeps) gemacht haben. Sonntag und Montag bin ich die ganze Zeit in der Halle und versuche möglichst viel von allen Ausstellern mit zu nehmen, werde aber natürlich auch ab und zu an unserem Stand, in der Big Stuff Bar, vorbeischauen, wo wir Nitro Coffee und Motel Beer ausschenken!

4. Wo siehst du die Kaffeekultur in den nächsten zehn Jahren?
Die Kaffeekultur wird sich nicht sehr ändern. Das Café bleibt weiterhin ein Ort, wo sich Menschen gerne treffen um sich auszutauschen oder einfach um zusammen allein zu sein. Die Vorherrschaft des aufgeblasenen Barista stirbt aus und es beginnt eine neue Ära der Vollautomaten, die auch eine gute Qualität erzeugen, und Service wird wieder im Vordergrund stehen.

5. Filter oder Espresso?
Flash Brew Nitro Coffee!

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